Extractum.: 44 Historische Winkel, Gut Ausgeleuchtet. (Edition Octopus)

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Autor : Erich Körner-Lakatos
Geschlecht : Bücher, Politik & Geschichte, Politik nach Ländern,
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Format : PDF, ePub

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Extractum.: 44 Historische Winkel, Gut Ausgeleuchtet. (Edition Octopus)

Über den Autor und weitere Mitwirkende Erich Körner-Lakatos ist Wiener, verheiratet und lebt in seiner Geburtsstadt. Kindheit im Kühgraben des Industriedorfes Furthof im oberen Traisental (Niederösterreich), woher die Mutter stammt. Die Vorfahren väterlicherseits kommen aus Rechnitz bei Oberwart, dem seinerzeitigen Rohoncz im Burgkomitat Eisenburg (Vas), wo die magyarischen Herrscher Wehrbauern als spectaculores nostri an der Grenze ansiedeln. Diese sind für den ungarischen König derart wichtig, daß sie bereits im Freiheitsbrief des Königs Karl I. Robert aus dem Jahre 1327 als Angehörige des Adels (nobiles unius sessionis) bezeichnet sind. In dieser Tradition stehend bekennt sich der Autor zur ungarischen Volksgruppe in Österreich. Der Autor besucht nach Lehr- und Wanderjahren, Aufenthalten in Amsterdam und auf Madeira, ab 1979 das Gymnasium für Berufstätige (Arbeitermittelschule), danach Studium der Juristerey sowie der Sozialwissenschaften, Mag. iur. (LL.M) et rer. soc. oec. (Master of Social Science), Friedrich-Hillegeist-Stipendiat. Vizepräsident der Gesellschaft für internationalen Kulturaustausch. Sprachstudium an der Kossuth-Lajos-Universität in Debreczin sowie Forschungsaufenthalte in Stein am Anger, Raab, Ödenburg und Szegedin. Ehrenamtlicher Mitarbeiter beim renommierten Wiener Wochenmagazin ZUR ZEIT und bei BÉCSI NAPLÓ, dem Periodikum der magyarischen Volksgruppe in Österreich. 2005 veröffentlicht Körner-Lakatos im Wiener W3-Verlag Ein Japaner zog Österreichs Grenze, es folgen Ada Kaleh Tannu-Tuwa Acre. – Fünfzig historische Nischen (2010), die Monographie Horthy Miklós – Bruchstücke und Ergänzungen (2011), sowie der Sammelband Palais des Beaux Arts? Normannen in der Karibik? (2012), jeweils im Verlag Monsenstein und Vannerdat (Edition Octopus, Münster). Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Minitel – eine Erfolgsgeschichte. France Gall landet 1968 mit ihrem Schlager „Der Computer No. 3“ auf den vorderen Plätzen der Hitparaden. Der Computer No. 3, so meint die zierliche Sängerin, sucht für mich den richtigen Boy. Und das zu einer Zeit, als für einen Rechner noch ein separater Raum benötigt wird. Vierzehn Jahre später ist die Lage ganz anders. Die staatliche französische Post stellt ihre Kunden vor die Alternative: Wollen Sie weiterhin Jahr für Jahr ein gedrucktes Telephonbuch oder dürfen wir Ihnen ein kleines Gerät ins Haus stellen, mit dem sie die jeweils aktuellen Nummern der anderen Teilnehmer abrufen können? Das Angebot entpuppt sich als Erfolg. Der althergebrachte papierene Wälzer ist passé, jeder will das sogenannte Minitel, noch dazu, wo die Neuheit kostenlos ist. Das beige End-Gerät (Terminal) besteht aus einem 9-Zoll-Bildschirm (knappe 23 cm Durchmesser) und einer herausklappbaren Tastatur. Die Verbindung zur Zentrale erfolgt über das Fernsprechnetz. Die Kosten der Herstellung, nach heutigem Geld rund 150 Euro, spielt die gallische Post bald herein. Weil sie durch das Minitel nicht nur das Telephonverzeichnis, sondern auch andere Dienste anbieten kann, wie Telebanking, Fahrplanauskünfte, Kartenreservierung für Theater, Restaurant und Züge, Buchungen von Reisen, Wetterbericht. Und zwar so einfach, daß sich selbst Technikbanausen damit zurechtfinden.1984 kommen dann die Zeitungen dazu, jetzt kann Monsieur Dupont die neuesten Nachrichten abfragen oder in Annoncen stöbern. Kränkliche Journale wie das Wochenblatt „Nouvel Observateur“ bringen sich derart finanziell über die Runden: 40 % der Gebühren behält die Post, der Rest geht an das Medium. Wobei der „Nouvel Observateur“, in Frankreich naheliegend, den Löwenanteil seines elektronischen Ertrags (in guten Jahren umgerechnet knapp fünf Mio. Euro) mit Erotik-Kleinanzeigen erwirtschaftet, wobei der Minitel-Teilnehmer mit dem ins Auge gefaßten Mädchen auch kleine Textnachrichten austauschen kann, die Urform des E-Mails.1985 sind bereits vier Millionen Endgeräte im Betrieb. Das BTX in Deutschland grundelt mit 100.000 Teilnehmern an der Wahrnehmbarkeitsschwelle herum. Ähnliche Systeme in den USA sind gleichfalls Nieten. Freilich rüstet man sich dort für den Gegenschlag. Es ist die Geburtsstunde des Internet.Die Grande Nation kann auf eine Reihe von Innovationen verweisen: Weltraumrakete Ariane, Hochgeschwindigkeitszug TGV, die Concorde mit der doppelten Schallgeschwindigkeit … 1997 zeigt Präsident Jacques Chirac den ganzen Stolz des Landes auf das Minitel anhand der rhetorischen Frage: Heute verfolgt ein Bäcker in Aubervilliers seinen Kontostand über das Minitel. Kann man das gleiche von einem Bäcker in New York sagen? Zu jener Zeit benutzen 25 Millionen Franzosen eines der neun Millionen Terminale, die bis zu 25.000 Dienste anbieten. Die Post spielt in Spitzenjahren wie 1995 Benutzergebühren von mehr als einer Milliarde Euro ein.Trotzdem: 1998 verbringen die Franzosen erstmals mehr Stunden pro Monat vor dem PC, nämlich 6,5 Millionen, als vor dem Minitel. Knapp vor der Jahrtausendwende beginnt auch in Frankreich der Siegeszug des Internet (Interconnected Network), später und gleichzeitig auch viel langsamer als sonstwo, denn das Minitel, ein Modell, das nie exportiert wird, erfreut sich einer treuen Klientel. Freilich ist der Niedergang nicht aufzuhalten. Einer der Gründe ist das sogenannte Protokoll. Während beim Internet das Protokoll TCP/IP verwendet wird, das einen direkten Zugriff des einzelnen Teilnehmers auf viele andere Netze gewährleistet, handelt es sich beim Minitel-Protokoll X.25 um eine Art Standleitung zwischen Endgerät und Zentrale. Dessenungeachtet lukriert France Télécom 2007 rund 80 Millionen Euro, und das zu einer Zeit, wo das Minitel seit der Spitze seiner Beliebtheit Mitte der 90er-Jahre schon 90 Prozent an regelmäßigen Nutzern eingebüßt hatte. Um die Jahreswende 2011/12 verwenden kaum noch 420.000 Teilnehmer die auf 1.800 geschrumpften Dienste, wobei der Großteil nicht mehr via Minitel, sondern über den PC auf die Angebote zugreift. Ein harter Kern an Minitel-Enthusiasten (auch bei uns soll es Nostalgiker geben, die sich keinesfalls von ihrem Commodore Amiga trennen wollen) vermag die bereits mehrmals angekündigte Abschaltung hinauszuzögern. Am 30. Juni 2012 ist es soweit. Eine Minute vor Mitternacht drückt die Zentrale den Knopf fin de connexion, Ende der Verbindung. Ein harter Schlag für diejenigen, die bis zuletzt ausharren. Anläßlich des Hinscheidens der little french box schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“ recht einfühlsam: „Vor allem ältere Leute, aber auch Kleinbetriebe haben aus Gewohnheit oder Abneigung gegen das Internet und die viel komplizierteren Computersysteme ihr Minitel weiter benutzt, obwohl ihnen das hohe Telephonkosten verursacht hat und die Möglichkeiten doch sehr begrenzt sind. Alle diese Minitel-Liebhaber müssen nun definitiv Abschied nehmen.“

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